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Moldau 07Soumarsky Most, Pekna, Volary? Das waren für mich bislang höchstens „Böhmische Dörfer“ – und sind es auch tatsächlich!
Dieses Jahr wollte ich gerne mal wieder etwas Neues ausprobieren und schlug eine Paddel-Expedition nach Tschechien zur Moldau vor. Schnell fanden sich Mitfahrer, die die knapp 900 km Anreise von Hamburg nicht abgeschreckt haben. Unterwegs hat Hartmut dann noch kurz Gerhard mitsamt Kajak in Braunschweig aufgenommen und stieß später wieder zu unserem versprengten Konvoi hinzu. Dabei erwies sich das vermeintlich langsamste Fahrzeug – Rainers Bus – jedoch als sehr ausdauernd und konnte unterwegs auch von schnelleren Fahrzeugen unserer Gruppe nur schwer eingeholt werden. Es kommt also doch nicht auf das Tempo an. Dank WhatsApp-Gruppe und Handys fanden jedoch alle Fahrzeuge immer wieder zusammen und jeder konnte sein Tempo fahren.

In Soumarsky Most im National Park Böhmischer Wald erwartet uns ein Campingplatz in traumhafter Lage direkt an der Warmen Moldau. Doch was kam uns da entgegen?
Tschechen in deutscher Militärkleidung und ein echter Radpanzer!? Letzterer wurde jedoch für Rundfahrten genutzt und deutsche Tarnkleidung ist offensichtlich bei Outdoor-Aktivitäten sehr beliebt.
Nachdem wir im letzten Jahr an der Semois bereits einen Campingplatz mit sehr einfacher Ausstattung hatten, waren wir ja schon Einiges gewohnt, aber dieser konnte das noch mal deutlich unterbieten: Keine Duschen, kein Trinkwasser und nur Plumpsklos. Wasser gab es beim freundlichen Wirt der nahegelegenen Gaststätte. Ansonsten: Waschen im Fluß und ab mit dem Spaten in den Wald.
Am nächsten Morgen besuchte uns der Ranger und wies uns auf die Befahrungsregelungen für Paddler innerhalb des Nationalparks hin. Diese strengen Regeln erlauben eine Befahrung erst ab einem Mindestwasserstand von 50 cm, dann nur mit 7 Booten pro Stunde und in Begleitung eines Guides. Wir erwarben 8 Tickets, klebten die Registrierungsnummern auf unsere Kajaks und teilten uns in 2 Gruppen auf. Unser Guide, eine junge tschechische Studentin, führte uns durch die tolle Hochmoorlandschaft mit eindrucksvoller Kulisse und relevanten Infos zu Flora und Fauna. Aufgrund der Höhenlage > 700m erlebten hier einzelne Mitfahrer ihren „2. Frühling“ (Zitat) und Jürgen fühlte sich aufgrund der Vegetation teilweise stark an den „Hinterdeich“ erinnert – seine alte Heimat. Unterwegs gesellte sich dann die Kalte Moldau dazu und lieferte Zuschuss-Wasser. Die Anschlussstrecke am Folgetag war landschaftlich und paddeltechnisch genauso schön. Aber hier passierte es:
Beim Autoversetzen streikt plötzlich Peters Zündschloss. Das Auto kann nicht mehr gestartet werden. Was jetzt? Nach kurzer Beratung in der Gruppe : 1. Versuch über den ADAC – leider nicht praktikabel, weil das Wohnmobil nicht abgeschleppt werden sollte.

Jürgens großer Auftritt:
Jürgen – als ursprünglich mal gelernter KFZ-Mechaniker – schlug vor: „Den schließen wir kurz“. Aber wie geht das? Kein Problem für Jürgen. Kurz den Stecker freigelegt, Büroklammer und Draht präpariert und der T4 lief wieder. Große Erleichterung! Der kleine Nebeneffekt, dass Scheibenwischer und Lüftung auch nicht mehr liefen, war an diesem Regentag natürlich nicht so toll, verhalf aber einer Imkerin am Straßenrand zu unverhofftem Absatz bei einem Zwischenhalt.
Leider war das Wetter die ganze Woche sehr unbeständig und kühl. Jürgens Vorzelt wurde dadurch immer wieder gemütlicher und warmer Sammelpunkt. Zu unserer großen Freude hatte der nächste Campingplatz „Kemp Paradijs“ neben warmen Duschen auch einen großen Aufenthaltsraum mit Kamin. Beim Paddeln war tagsüber Neo-Kleidung durchaus angenehm.
Die verschiedenen Abschnitte der Moldau übertrafen unsere Erwartungen deutlich. Flotte Strömung, kleine Schwälle, fast alle Wehre mit Bootsgassen und kilometerlange einsame Waldschluchten. Schlösser und Klöster am Ufer bilden weitere kleine Highlights. Die zahlreichen Kemps und Pivo (Bier)-Stationen am Ufer lassen erahnen, dass im Sommer mit über 3.000 Booten am Tag Hochbetrieb ist. Aber verdursten wird man hier garantiert nicht.
Ganz in der Nähe lag die mittelalterliche Stadt Cesky Krumlov mit dem zweitgrößten Schloss Tschechiens, das herrschaftlich über die Stadt thront. Hier kamen auch alle kulturell Interessierten voll auf ihre Kosten. Erstaunlich günstig ist es, auf dem Land Essen zu gehen. Über 10€ gibt man im Restaurant selten aus und bekommt deftige böhmische Gerichte mit Knödeln und allem Drum und Dran. Erstklassiges tschechisches Bier natürlich immer inbegriffen.
Da Peter zwischenzeitlich sein Auto reparieren lassen konnte, stand der geplanten Heimreise eines Teils der Gruppe auch nichts mehr im Wege. Da die Abreisenden netterweise unsere Boote mit nach Hamburg nahmen, konnten wir verbleibenden 5 dann weiter nach Prag fahren. Dank eines Tipps von Inga und Axel landeten wir auf einem kleinen, feinen und erstaunlich ruhigen Campingplatz im Stadtteil Troja. Beheizte Sanitär-Räume waren für uns schon echter Luxus, zumal es immer noch regnerisch und kühl war.
In 20 Min. erreichten wir mit Bus und Metro die Altstadt und konnten in den nächsten Tagen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten erkunden. Die historische Stadtkulisse ist großartig. Von barocken Kurven und gotischen Spitzen über romanische Bögen bis hin zu Jugendstil und Klassischer Moderne. Hier fühlt man sich wie in einem früheren Jahrhundert. Kein Wunder, dass Prag gerne als Drehort für zahlreiche Kinofilme dient.
Nach großartiger Natur konnten wir hier unseren Urlaub noch mal kulturell aufladen und erlebten dann sogar unseren „3. Frühling“: Den Prager Frühling, der inzwischen ein bekanntes Musikfestival ist.

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