Von Döhler Aue und Totengrund

Wir schreiten über eine kleine Brücke. In längst vergangenen Zeiten war diese Brücke die höchste Befahrbarkeit der Döhler Aue. In einem Kanuführer aus 1968 heißt es: „Der landschaftlich schönste Teil ist der zwischen Döhle und Sudermühlen. Für Zweier-Faltboote bietet dieser Teil jedoch beachtliche Schwierigkeiten; ist das Bächlein hier doch nicht breiter als ein schmaler Graben, und die Kurven sind so eng, das die Zweier manchmal überhoben werden müssen“. Die jüngere, nur noch an große Seekajaks gewöhnte Kanugeneration kann beim Anblick der Aue solche Beschreibungen kaum glauben!

 

 

Heute liegt diese Brücke mitten im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide. Die Befahrung mit dem Kajak ist aus Gründen des Naturschutzes längst untersagt. Trotzdem, ich Trauer den schönen Paddeltouren auf der Döhler Aue nach, sie waren Highlights meines kanusportlichen Lebens.

Heute ist die Brücke Startpunkt zu einer Wanderung durch die Lüneburger Heide. Es ist bitter kalt, aber die tiefstehende Sonne leuchtet in das rauhreifbenetzte Heidekraut. Ein einmalig schöner Anblick. Zwanzig Kanuten des Wassersport-Verein Süderelbe sind ausnahmsweise einmal zu Fuß und nicht mit dem Boot unterwegs. Es geht von Döhle Richtung Totengrund. Wir passieren eine Heidschnuckenherde, bewacht vom Schäfer mit seinen Hütehunden. Der Wolf ist sicher nicht weit.

Zeit für eine kleine Pause am Totengrund, dem spektakulärsten Viewpoint in der Lüneburger Heide. Wir wissen, dass ein Süderelbler immer ganz tolle selbstgebackene Kekse mit sich führt. Die alten Hasen unter den Wanderern scharren sich auffällig unauffällig um seinen Rucksack. Sie werden nicht enttäuscht.

Weiter geht es über offenen Heideflächen Richtung Wilsede. Wir wollen in einem Gasthaus einkehren. Zum Glück haben wir reserviert. Wegen des Traumwetters ist ordentlich Betrieb in der Heide, entsprechend viel los im Gasthaus.

Nachdem wir es uns haben gut gehen lassen müssen wir wieder aufbrechen. Wir wollen vor Einbruch der Dunkelheit in Döhle sein. Im Eilmarsch geht es zurück, unsere Wandergruppe zieht sich ordentlich auseinander, zu unterschiedlich ist die Kondition der Teilnehmer.

Alle erreichen glücklich das Ziel und sagen: „ Das war ein toller Tag draußen in der Natur. Beim nächsten Termin der WVS-Winter-Wander-Serie sind wir wieder dabei“.
Na denn!

 

Fotos von Petra, Anke und Reinhard

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 10. Januar 2020 um 18:39 Uhr