![]() | Es war mal wieder typisch hamburgisches Wetter, als wir am Freitagmorgen losfuhren. Als ich dann nach zwischenzeitlichen Schlafeinheiten aufwachte, waren wir schon weiter im Süden und das Wetter war entsprechend schön. Es war grad Mittagszeit, als wir an der Olympiastrecke am Eiskanal in Augsburg ankamen... |
Das wir bezieht sich nur auf meine Eltern und mich, da Jasper schon am Mittwoch mit einigen aus Fulda runtergefahren ist und wir beide dann auch die einzigen aus Hamburg waren. Die restlichen Hamburger durften seitens der Trainer nicht oder hatten einfach nicht das Bedürfnis, ihre technischen Wildwasserfähigkeiten zu verbessern. Wie ich nämlich von meiner letztjährigen Erstbefahrung wusste, ist die Strecke mit etlichen Schwierigkeiten bestückt und technisch sehr anspruchsvoll. Und wie ich später auch von Jasper erfuhr, hat auch er sich, wie es bei vielen anderen auch passierte (mir inklusive) gedreht, sowohl im Kreis als auch von oben nach unten.
Zunächst schaute ich mir die Strecke mit meinen Eltern an. Dann gab es eine Videoauswertung einer Zeitfahrt, die die schon am Morgen anwesenden Sportler mitgemacht hatten. Ich habe mir dies mit angesehen, um mir noch einige Tipps zu holen. Danach gings dann auch endlich los mit Paddeln. Ich habe ein bisschen abgewartet, dass ich genügend Abstand zu den vor mir trainierenden Sportlern hatte und dass aber auch keiner direkt hinter mir fahren wollte, damit ich in Ruhe schön alleine die Strecke abfahren konnte. Mit dieser ersten Fahrt war ich auch recht zufrieden und dachte mir somit, dass ich zunächst dann noch eine Fahrt mache und danach dann eine Pause, da man schon nach 2 – 3 Fahrten auf dem Eiskanal ziemlich kaputt sein kann. Das Schiebewasser und der Wasserdruck sind sehr kräftig und jede Fahrt bedarf äußerster Konzentration. Also setzte ich mich wieder ins Boot und fuhr dann los. Leider hatte ich dann in der Waschmaschine, das ist die Eingangswalze zur Olympiastrecke, eine Kollision mit einem dort spielenden Spielbootfahrer. Trotz Sperrung der Strecke für diese, immerhin war das Training für die Wildwasserrennsportler offiziell angemeldet, und Zurufe der Zuschauer spielten sie einfach an den für sie so interessanten Stellen. Das hat mich jedenfalls voll aus der Spur geschlagen und dementsprechend war auch der Rest meiner Trainingsfahrt. Trotzdem machte ich dann meine Pause und wir gingen erst mal etwas zum Mittag einkaufen.
Nachmittags gingen dann Jasper und noch einige andere Sportler nochmals trainieren. Da lief dann alles ganz gut. Abends schauten wir noch anderen Sportlern bei ihren Trainingsfahrten zu, unter anderem einem kleinen durchgeknallten Schüler B-Fahrer, der sich unbedingt im Wavehopper die Strecke runterstürzen wollte. Wir waren da noch mal so sozial und fungierten als „Rettung“, die aber außer nebenherlaufen zum Glück nichts weiter ausrichten musste. Danach waren wir dann auch so fertig (sowohl körperlich als auch nervlich) und legten uns in unser 4-Sterne-Zelt. Vielleicht war auch diese für Hamburger Verhältnisse etwas ungewöhnliche Unterkunft der Grund für unsere Trainer und die anderen Sportler nicht mitzukommen.
Samstagmorgen gings nach einem schönen selbstgemachten Frühstück für einige schon ab 8.00 Uhr auf die Strecke. Jasper und ich schaukelten uns auch noch einmal ein und ruhten uns danach dann bis zu unseren Starts aus.
Jasper als C 1-Juniorenfahrer hatte seinen Start mal wieder recht früh im Zeitplan und somit noch kurz vor mir. Nachdem ich dann im Feld der Juniorinnen K 1 auch im Ziel war, tauschten wir uns über den ersten Lauf aus. Jasper war nicht ganz so zufrieden, da er selbst das Gefühl hatte, dass er es noch besser hätte machen können, vor allem im ersten etwas einfacheren Startabschnitt. Aber er war immerhin auf den 2. Platz gekommen. Ich war hingegen super zufrieden mit dem ersten Lauf, da ich wirklich gut runtergekommen bin und auch noch auf dem 4. Platz landete, was insofern gar nicht schlecht war, da sich vor mir nur die drei letztjährigen EM-Teilnehmerinnen platzierten.
Zweii Stunden später war der zweite Lauf. Ich bin bei Jaspers Start dann noch ein Stückchen mitgelaufen und habe ihn angefeuert. Leider lief es trotzdem bei uns beiden schlechter als im ersten Lauf: Jasper drehte sich leider im Korkenzieher, das ist das Teilstück kurz vor dem Ziel, bei dem man immer wechselseitig rechts und links fahren muss. Durch dieses Missgeschick fiel er dann auf den 3. Platz zurück. Ich habe mich zwar nicht gedreht bei meiner zweiten Fahrt, bin aber nicht ganu so flüssig wie im ersten Lauf gefahren, blieb aber zum Glück auf meinem vierten Platz.
Bis die Siegerehrung mit anschließendem Nudelessen am Abend war, schuten wir uns noch die anderen Rennen an, bei denen es auch noch so einige Überraschungen und Katastrophen für einige Sportler gab.
Nachdem wir die gewittrige Nacht im Zelt gut überstanden hatten, ging es für einige Sportler nochmals aufs Wasser, um den Boatercross auszufahren. Jasper nutzte die Zeit noch für ein paar Trainingseinheiten und fuhr dann nachmittags mit Lars nach Hause und wir waren schon vormittags losgefahren, da für uns ja keine Mannschaftsrennen mehr auf dem Plan standen.



Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 27. Mai 2009 um 18:25 Uhr
